So lernst du für den Einbürgerungstest: die Methode hinter Swiss Passport
Die meisten lernen, indem sie die Fragen immer wieder durchlesen. Das fühlt sich gut an, gehört aber zu den am wenigsten wirksamen Methoden. Swiss Passport nutzt Techniken, die die Gedächtnisforschung seit Jahrzehnten prüft.
Antworten statt nochmals lesen
Jedes Mal, wenn du eine Antwort aus dem Gedächtnis abrufst, festigst du sie. In einer bekannten Studie erinnerten sich Studierende, die das Abrufen übten, eine Woche später an mehr als jene, die den Text nochmals lasen, obwohl das Nochmals-Lesen direkt nach dem Lernen besser abschnitt (Roediger & Karpicke 2006).
Darum zeigt Swiss Passport eine kurze Erklärung und fragt dann sofort. Du beantwortest jede Frage selbst, bevor du die Lösung siehst.
Wiederholen, kurz bevor du vergisst
Was du lernst, verblasst schnell, wenn du es nicht wieder brauchst. Wiederholungen, verteilt über Tage und Wochen, halten Wissen viel länger als gleich viel Übung auf einmal. Je länger du etwas behalten musst, desto grösser dürfen die Abstände sein (Cepeda et al. 2006).
Swiss Passport bringt jedes Thema nach 1, 3, 7, 14 und 30 Tagen wieder. Antwortest du richtig, wird der nächste Abstand länger. Machst du einen Fehler, geht das Thema eine Stufe zurück und kommt am nächsten Tag wieder. So übst du, was du vergisst, und überspringst, was du kannst.
- Verteilt: nach 1, 3, 7, 14 und 30 Tagen
- Alles an einem Abend (6-mal)
Schema, keine Messwerte: So verlaufen Vergessen und Wiederholen typischerweise. Beide Linien stehen für gleich viele Wiederholungen.
Als Tabelle
| Tag | Verteilt | An einem Abend |
|---|---|---|
| 1 | sehr gut | gut |
| 7 | sehr gut | fast vergessen |
| 14 | sehr gut | fast vergessen |
| 30 | sehr gut | fast vergessen |
| 60 | sehr gut | fast vergessen |
Aus jeder Antwort lernen
Nach jeder Antwort siehst du, warum sie richtig ist, und wenn du falsch lagst, warum die verlockende falsche Antwort falsch ist. Gerade bei Multiple-Choice-Fragen zählt das: Ohne Rückmeldung halten Lernende eine falsche Antwort später manchmal für richtig, mit Rückmeldung wird dieser Effekt kleiner (Butler & Roediger 2008).
Eine falsch beantwortete Frage kommt am Ende der Lektion wieder, bis du sie richtig beantwortest.
Probier es aus: Wähl die Antwort, die dir richtig scheint.
Die Schweiz ist neutral. Was heisst das?
Vor dem Test gemischt üben
Im echten Test kommen die Fragen durcheinander. Die Wiederholungen mischen Themen aus verschiedenen Lektionen, und jede Probeprüfung stellt 50 zufällige Fragen aus allen 350, ohne Hilfe, wie der Übungstest des Kantons. Gemischtes Üben fühlt sich schwerer an, führte in Studien aber zu besseren Resultaten in späteren Tests als Üben Thema für Thema (Rohrer & Taylor 2007).
Deine Bereitschaft zeigt, bei welchem Anteil der Fragen du das Thema schon an mehreren Tagen richtig beantwortet hast.
- Demokratie und Föderalismus
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- Geschichte
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12 Fragen aus 3 Themen.
In deiner Sprache verstehen, auf Deutsch wiedererkennen
Du lernst in der Sprache, die du am besten verstehst, damit du den Inhalt verstehst und nicht nur Wörter auswendig lernst. Zu jeder Frage siehst du immer auch den deutschen Wortlaut aus dem echten Test, damit du ihn dort wiedererkennst.
Was ist eine Grenzgängerin oder ein Grenzgänger?
Was ist eine Grenzgängerin oder ein Grenzgänger?
- A eine Person, die in der Schweiz arbeitet und im Ausland wohnteine Person, die in der Schweiz arbeitet und im Ausland wohnt
- B eine Person, die nicht im gleichen Kanton wohnt und arbeiteteine Person, die nicht im gleichen Kanton wohnt und arbeitet
- C Schweizer Handelsware, die ins Ausland exportiert wirdSchweizer Handelsware, die ins Ausland exportiert wird
- D Schweizer Handelsware, die vom Ausland in die Schweiz importiert wirdSchweizer Handelsware, die vom Ausland in die Schweiz importiert wird
Warum das für deinen Test wichtig ist
Es gibt 350 offizielle Fragen, und die Gemeinde sagt dir, wann du den Test machst. Büffeln am Vorabend hilft vielleicht für den nächsten Tag, aber so Gelerntes verblasst schnell.
Eine grosse Übersichtsarbeit bewertet Üben mit Tests und verteiltes Üben als die zwei nützlichsten Lerntechniken, Nochmals-Lesen und Markieren dagegen als wenig nützlich (Dunlosky et al. 2013).
Kurz gesagt: Jeden Tag ein wenig ist besser als viel auf einmal. Mach jeden Tag eine kurze Lektion und zuerst die fälligen Wiederholungen.
Quellen
- Roediger, H. L., & Karpicke, J. D. (2006). Test-enhanced learning: Taking memory tests improves long-term retention. Psychological Science, 17(3), 249–255. doi:10.1111/j.1467-9280.2006.01693.x
- Cepeda, N. J., Pashler, H., Vul, E., Wixted, J. T., & Rohrer, D. (2006). Distributed practice in verbal recall tasks: A review and quantitative synthesis. Psychological Bulletin, 132(3), 354–380. doi:10.1037/0033-2909.132.3.354
- Butler, A. C., & Roediger, H. L. (2008). Feedback enhances the positive effects and reduces the negative effects of multiple-choice testing. Memory & Cognition, 36(3), 604–616. doi:10.3758/MC.36.3.604
- Rohrer, D., & Taylor, K. (2007). The shuffling of mathematics problems improves learning. Instructional Science, 35(6), 481–498. doi:10.1007/s11251-007-9015-8
- Dunlosky, J., Rawson, K. A., Marsh, E. J., Nathan, M. J., & Willingham, D. T. (2013). Improving students’ learning with effective learning techniques. Psychological Science in the Public Interest, 14(1), 4–58. doi:10.1177/1529100612453266